Ratgeber · Website

Website für
kleine Unternehmen

weniger ist mehr Umsatz ✓

Fast jedes Angebot will dir mehr verkaufen: mehr Seiten, mehr Funktionen, mehr Monatspauschale. Dabei bringt bei kleinen Unternehmen fast immer das Gegenteil mehr — hier steht, was wirklich reicht.

Stand: August 2026 · 7 Min. Lesezeit · von Roman Derksen

Ein kleines Unternehmen braucht fünf Seiten, keine fünfundzwanzig: Startseite, je eine Seite pro Hauptleistung, Referenzen, Kontakt sowie Impressum und Datenschutz. Entscheidend ist nicht der Umfang, sondern dass jede Leistung ihre eigene Seite hat — nur so wirst du für sie gefunden. Alles darüber hinaus kostet Geld und Ladezeit, ohne eine einzige Anfrage zu bringen.

Die unbequeme These: Du brauchst weniger

Wer als kleines Unternehmen Angebote einholt, bekommt fast immer Vorschläge, die größer sind als nötig: ein Blog, ein Kundenbereich, ein Buchungssystem, eine mehrsprachige Version, ein Newsletter. Das klingt nach Fortschritt und ist meistens Ballast — jede zusätzliche Funktion will gepflegt werden, kostet Ladezeit und bringt bei einem Betrieb mit fünf Mitarbeitern selten eine einzige Anfrage.

Der Grund ist einfach: Ein Interessent, der auf deiner Seite landet, hat vier Fragen — Machst du, was ich brauche? Kommst du zu mir? Was kostet das ungefähr? Waren andere zufrieden? Wer diese vier Fragen in dreißig Sekunden beantwortet, gewinnt. Wer den Besucher stattdessen durch ein Menü mit vierzehn Punkten schickt, verliert ihn.

Die fünf Seiten, die reichen

SeiteAufgabeDer häufigste Fehler
StartseiteIn 5 Sekunden klarmachen: Was, für wen, woBegrüßungstext statt Leistung
Je Leistung eine SeiteFür genau diese Leistung gefunden werdenAlle Leistungen auf einer Seite
ReferenzenVertrauen über echte BeispieleStockfotos statt eigener Bilder
KontaktDen Anruf so leicht wie möglich machenNur Formular, keine Nummer
Impressum & DatenschutzRechtliche Pflicht erfüllenUnvollständig oder aus der KI

Die zweite Zeile ist die wichtigste und wird am häufigsten falsch gemacht. Eine Seite „Leistungen“ mit einer Aufzählung von zehn Punkten rankt für keinen davon. Zehn eigene Seiten ergeben zehn Chancen, gefunden zu werden — mit jeweils dem Wortlaut, den Suchende tatsächlich eintippen.

Was verkauft wird und niemand liest

  • Der Blog ohne Plan. Wird bei fast jedem Angebot mitverkauft und nach drei Beiträgen aufgegeben. Ein verwaister Blog mit dem letzten Eintrag von 2024 schadet mehr, als er nützt.
  • Das Leitbild. „Qualität, Zuverlässigkeit und Kundennähe sind unsere Werte“ steht auf jeder zweiten Firmenseite. Genau deshalb glaubt es niemand mehr.
  • Die Bildergalerie mit gekauften Fotos. Erkennbare Stockbilder kosten Vertrauen. Zehn eigene Handyfotos wirken stärker als das schönste gekaufte Motiv.
  • Der Chatbot. Bei einem lokalen Dienstleister will niemand mit einem Fenster reden — die Leute wollen anrufen. Die Nummer nach oben bringt mehr als jeder Assistent.
  • Die Monatspauschale für „Pflege“. Frag konkret, was darin enthalten ist. Wenn die Antwort „Updates und Sicherheit“ lautet, ohne dass jemand Inhalte pflegt, zahlst du für Hosting zum zehnfachen Preis.

Baukasten oder erstellen lassen?

Die ehrliche Antwort hängt an einer einzigen Frage: Soll die Seite präsent sein oder Kunden bringen?

Für reine Präsenz — jemand googelt deinen Firmennamen und will Adresse und Nummer sehen — reicht ein Baukasten für 10 bis 30 € im Monat vollkommen. Dafür mehrere tausend Euro auszugeben, wäre Verschwendung. Ehrlicherweise reicht dafür in vielen Fällen sogar ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil ganz ohne Website.

Soll die Seite Kunden bringen, verschiebt sich die Rechnung. Was dann fehlt, ist selten das Design — es sind Struktur, Ladezeit und die Frage, für welche Begriffe die Seite überhaupt gebaut wurde. Das lässt sich in Baukästen nachbauen, kostet aber Einarbeitung, die die meisten unterschätzen. Wer diese Zeit nicht hat, kauft sie ein. Die Marktpreise stehen im Kosten-Ratgeber, worauf du beim Festpreis achten musst im Festpreis-Ratgeber.

Ab wann sich eine Website rechnet

Die Rechnung ist simpler, als die meisten denken. Eine Website für 2.150 € netto trägt vier bis sechs Jahre — das sind rund 35 € im Monat. Die Frage ist nicht, ob das viel Geld ist, sondern wie viele Aufträge sie einbringen muss, um sich zu tragen.

Dein AuftragswertNötige Zusatzaufträge in 4 JahrenPro Jahr
200 €11knapp 3
400 €6knapp 2
1.000 €3weniger als 1
2.500 €1einer, einmal

Wer bei diesen Zahlen zögert, sollte nicht am Preis sparen, sondern die Frage davor klären: Suchen in meinem Umkreis überhaupt genug Menschen nach dem, was ich anbiete? Genau das lässt sich messen — und wenn die Antwort nein lautet, ist eine Website tatsächlich das falsche Werkzeug. Diese Ehrlichkeit spart mehr Geld als jeder Rabatt.

Suchen in deinem Umkreis genug Menschen?

Wir prüfen kostenlos, wie oft in deiner Region nach deiner Leistung gesucht wird und wer dort aktuell oben steht. Wenn sich eine Website für dich nicht rechnet, sagen wir dir das auch.

Roman Derksen, Rvertising

Die Auswertung mache ich persönlich.– Roman

Häufige Fragen

Wie viele Seiten braucht die Website eines kleinen Unternehmens?

Fünf reichen in den meisten Fällen: Startseite, eine Seite je Hauptleistung, eine Referenzseite, Kontakt sowie Impressum und Datenschutz. Wichtiger als die Anzahl ist, dass jede Leistung ihre eigene Seite bekommt — eine Seite, die alle Leistungen in einer Aufzählung nennt, wird für keine davon gefunden.

Was kostet eine Website für ein kleines Unternehmen?

Ein Baukasten kostet 10 bis 30 € im Monat, dafür machst du alles selbst und die Seite gehört dir nur, solange du zahlst. Eine professionell erstellte Seite liegt 2026 seriös bei etwa 2.500 € einmalig; unsere kostet 2.150 € netto zum Festpreis. Rechne Mietmodelle immer auf drei Jahre hoch, bevor du vergleichst — 99 € im Monat ergeben 3.564 €.

Reicht ein Baukasten für ein kleines Unternehmen?

Wenn du eine reine Online-Visitenkarte brauchst — Adresse, Telefonnummer, ein paar Sätze — ja, dann reicht ein Baukasten völlig. Sobald die Seite Kunden bringen soll, wird es schwierig: Was fehlt, ist selten das Design, sondern die Struktur (eine Seite je Leistung), die Ladezeit und die Suchmaschinenarbeit. Das lässt sich in Baukästen zwar nachbauen, kostet aber Einarbeitung, die viele unterschätzen.

Braucht ein Einzelunternehmer überhaupt eine Website?

Nicht zwingend. Wer ausschließlich über Empfehlungen arbeitet und ausgelastet ist, kommt lange ohne aus — für die reine Auffindbarkeit genügt oft ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil. Eine Website lohnt sich, sobald du Leistungen erklären musst, die Erklärung braucht, oder wenn du unabhängiger von Empfehlungen werden willst.

Was gehört rechtlich auf jede Unternehmenswebsite?

Ein vollständiges Impressum und eine Datenschutzerklärung, beide von jeder Seite aus erreichbar. Beides sind die häufigsten Abmahngründe im deutschen Netz und gleichzeitig die am leichtesten vermeidbaren. Nutze dafür einen gepflegten Generator oder den Anwalt — Texte aus einer KI sehen meist vollständig aus und sind es nicht.