Ratgeber · Website

Agentur oder
Freelancer?

die Frage ist falsch gestellt ✓

Wer eine Website bauen lassen will, landet bei dieser Frage — und bekommt von jedem Anbieter die Antwort, die zufällig zu seinem Geschäftsmodell passt. Hier ist der Vergleich ohne Eigeninteresse-Brille: Preise, Risiken und das Kriterium, das wichtiger ist als das Etikett.

Stand: August 2026 · 7 Min. Lesezeit · von Roman Derksen

Freelancer sind günstiger (800–3.500 €), hängen aber an einer einzigen Person. Agenturen bringen Team und Vertretung mit — und schlagen deren Overhead auf deine Rechnung (2.000–8.000 €+). Dazwischen sitzen spezialisierte Studios mit Branchenfokus und Festpreis. Was wirklich zählt, steht aber nicht auf der Visitenkarte: Kennt der Anbieter den Unterschied zwischen Lackkorrektur und Politur? Arbeitet er mit echten Suchzahlen? Und läuft am Ende alles auf deinen Namen?

Die fünf Wege im Überblick

WegEinmaligStärkeSchwäche
Baukasten (selbst)10–40 €/Monat + 40–80 Std. EigenarbeitVolle Kontrolle, sofort startbarDeine Zeit, Vorlagen-Look, schwache Google-Ergebnisse
KI-Anbieterum die 700 €Schnell fertig, wenig AufwandTexte von der Stange, keine Keyword-Recherche, niemand haftet
Freelancer800 – 3.500 €Günstig, direkter Draht, flexibelEine Person = ein Ausfallrisiko; Können schwankt enorm
Agentur2.000 – 8.000 €+Team, Vertretung, ProzesseOverhead zahlst du mit; du bist ein Projekt von vielen
Spezialisiertes Studiomeist Festpreis, z. B. 2.150 €Kennt Branche, Kunden und Suchbegriffe schonGibt es nicht für jede Branche

Die Preisspannen stehen ausführlich in unserem Kosten-Ratgeber — hier geht es um die Frage dahinter: Wem drückst du die Schlüssel in die Hand?

Freelancer: günstig, aber verletzlich

Ein guter Freelancer ist für kleine Betriebe oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: kein Overhead, direkter Draht, schnelle Entscheidungen. Das Problem ist nicht der gute Freelancer — das Problem ist, dass du ihn vorher kaum vom Nebenbei-Bastler unterscheiden kannst. Beide nennen sich „Webdesigner“, und geschützt ist der Begriff nicht.

  • Das Ausfallrisiko: Krankheit, Festanstellung, Lustverlust — bei einer Ein-Mann-Firma gibt es keine Vertretung. Kritisch wird das nicht beim Bau, sondern zwei Jahre später, wenn für Updates keiner mehr rangeht.
  • Die Können-Lotterie: Frag nach drei Referenzen mit nachprüfbaren Ergebnissen: Anrufe, Terminanfragen, Google-Sichtbarkeit. Nicht nach hübschen Screenshots — die beweisen nur, dass jemand Photoshop öffnen kann.
  • Der Absicherungs-Check: Domain und Hosting laufen auf DEINEN Namen, alle Zugänge sind dokumentiert. Dann überlebst du auch einen Anbieterwechsel schadlos.

Agentur: Sicherheit mit Overhead

Agenturen lösen das Ausfallrisiko: Team, Vertretung, Prozesse. Bezahlt wird das über deine Rechnung — Projektmanager, Meetings und Büromiete stehen im Angebot nicht drauf, sind aber drin. Deshalb kostet dieselbe Website dort schnell das Doppelte bis Fünffache. Und je größer die Agentur, desto kleiner bist du als Kunde: Ein 2.500-€-Projekt bekommt dort selten die A-Mannschaft.

Sinnvoll ist die Agentur, wenn dein Projekt echte Koordination braucht: viele Unterseiten, mehrere Standorte, laufende Kampagnen, Freigaben über drei Abteilungen. Für einen Aufbereitungsbetrieb mit einer Halle ist sie meist überdimensioniert — wie ein Abschleppwagen für den Wocheneinkauf.

Der dritte Weg: spezialisierte Studios

Zwischen beidem liegt ein Modell, das in der Diskussion oft fehlt: kleine Anbieter, die sich auf eine Branche festgelegt haben. Der Unterschied ist praktisch: Ein Generalist recherchiert deine Branche zum ersten Mal — auf deine Rechnung. Ein Spezialist weiß vorher, ob deine Kunden „Fahrzeugaufbereitung“ oder „Auto reinigen lassen“ tippen, welche Leistung deine Marge trägt und welche Fotos Aufträge bringen. Weil er genau das jede Woche baut.

So arbeiten wir bei Rvertising: nur Fahrzeugbranche, Festpreis (2.150 € netto), Keyword-Analyse vor dem ersten Text. Das ist kein neutraler Hinweis — aber ein überprüfbarer: ProGlanz (4,9★ bei 141 Bewertungen), Clean Garage Rheingau (4,9★ bei 76), Glanzmanufaktur München (5,0★ bei 26) und CR Kfz-Sachverständige (5,0★ bei 17) stehen mit ihren echten Google-Zahlen auf unserer Startseite.

Die eigentliche Entscheidungsfrage

Agentur oder Freelancer ist die falsche Sortierung. Gute und schlechte Anbieter gibt es in jeder Kategorie — vier Fragen trennen sie:

  • 1. Kennt er deine Branche? Referenzen aus deinem Gewerbe — Aufbereiter, Folierer, Werkstatt — mit Ergebnissen, nicht nur Design-Beispiele.
  • 2. Arbeitet er mit Daten? Keyword-Recherche vor dem Design. Sonst ist die Seite Dekoration — wie Keramikversiegelung auf ungewaschenem Lack: glänzt kurz, hält nichts.
  • 3. Ist der Preis ein echter Festpreis? Schriftlich, mit definiertem Umfang. Die Fallen dazu stehen im Festpreis-Ratgeber.
  • 4. Gehört dir am Ende alles? Domain, Website, Zugänge — auf deinen Namen, nicht auf seinen.

Wer alle vier Fragen sauber beantwortet, ist eine gute Wahl — egal, ob auf der Visitenkarte „Freelancer“, „Agentur“ oder „Studio“ steht.

Erst prüfen, dann Anbieter suchen

Bevor du Angebote vergleichst: Wir schauen kostenlos in die echten Google-Suchzahlen deiner Region und sagen dir geradeaus, ob sich eine Website für deinen Betrieb überhaupt rechnet — auch dann, wenn die Antwort „Nein“ lautet.

Roman Derksen, Rvertising

Die Auswertung mache ich persönlich.– Roman

Häufige Fragen

Was ist günstiger: Agentur oder Freelancer?

Freelancer sind in der Regel günstiger: 800 bis 3.500 € für eine Betriebswebsite, weil kein Overhead mitbezahlt wird. Agenturen liegen bei 2.000 bis 8.000 € und aufwärts — dafür bekommst du Team, Vertretung und Projektmanagement. Spezialisierte Studios liegen dazwischen und arbeiten oft zum Festpreis.

Was ist das größte Risiko beim Freelancer?

Die Ein-Personen-Abhängigkeit. Wird er krank, geht er in Festanstellung oder verliert die Lust, steht dein Projekt ohne Ersatz da — und später auch deine Wartung. Prüfe deshalb, wie lange es ihn schon gibt, und sichere dir Domain und Hosting auf deinen Namen.

Wann lohnt sich eine große Agentur?

Wenn dein Projekt echte Koordination braucht: viele Unterseiten, mehrere Standorte, laufende Kampagnen, Freigabeschleifen. Für einen Betrieb mit einer Halle und einer Website bezahlst du dort vor allem Strukturen mit, die du nie brauchst.

Was ist ein spezialisiertes Studio?

Ein kleiner Anbieter, der eine Branche baut statt alle. Er kennt deine Kunden, deine Suchbegriffe und deine Preislogik, bevor das Projekt startet. Die Recherche, die ein Generalist auf deine Rechnung macht, ist dort Routine.

Und was ist mit dem KI-Angebot für 700 €?

Kommt drauf an, was du erwartest. Für 700 € bekommst du eine Seite aus dem Generator: Stockfotos, austauschbare Texte, keine Keyword-Recherche, keine Rechtstexte, kein Google-Eintrag. Niemand dort weiß, was eine Lackkorrektur von einer Politur unterscheidet — und deine Kunden merken das beim Lesen. Geld sparst du damit. Aufträge nicht.

Woran erkenne ich einen guten Anbieter — egal welcher Art?

An vier Dingen: Referenzen aus deiner Branche mit nachprüfbaren Ergebnissen, schriftlicher Festpreis mit definiertem Umfang, Keyword-Recherche vor dem Design — und Domain und Website laufen auf deinen Namen. Fehlt eins davon: weitersuchen.

Reicht nicht einfach ein Baukasten statt Agentur oder Freelancer?

Wenn du nur eine digitale Visitenkarte willst: ja. Sobald die Seite Kunden über Google bringen soll: meist nein. Baukasten-Seiten kosten dich 40–80 Stunden Eigenarbeit — in der Zeit holst du vier Komplettaufbereitungen durch die Halle — und ranken gegen sauber gebaute Seiten fast immer schlechter. Die ehrliche Rechnung steht in unserem Kosten-Ratgeber.